Vorträge „Lebendige Antike“ am Eichendorff-Gymnasium in Koblenz (vhs Koblenz)

Vorträge „Lebendige Antike“ am Eichendorff-Gymnasium in Koblenz (vhs Koblenz)

Restprogramm der Lebendigen Antike 2021/2 am Eichendorff-Gymnasium in Koblenz (Vortragsreihe der vhs Koblenz)

Mi., den 29.6.2022: „Frauen und Mode im frühen Griechenland“. Prof. Dr. Klaus Junker, Universität Mainz.

Die Kleidung im antiken Griechenland, in abgewandelter Form durch viele Filme in der Gegenwart präsent, stellt auch für die Wissenschaft ein interessantes Thema dar. Schon in den Epen Homers spielen Textilluxus und schöne Kleidung, insbesondere bei den Frauen, eine wichtige Rolle: Man erfreut sich an der Schönheit der Stoffe und dokumentiert zugleich seine Zugehörigkeit zur Elite. Auch wenn sich kaum physische Reste der getragenen Kleidung erhalten haben, liefern Vasenbilder, Reliefs und Statuen eine lebhafte Anschauung von Formenvielfalt und Tragweite. Neuere naturwissenschaftlcihe Untersuchungen erlauben zudem, eine gute Vorstellung von der Farbigkeit der Gewänder zu gewinnen. Der Vortrag konzentriert sich auf die archaische und die hochklassische Epoche (ca. 750 bis 450 v. Chr.) und will zeigen, dass wir für die griechische Welt bereits von Mode sprechen können, als einem bedeutenden ästhetischen und sozialen Phänomen.

Mi., den 20.7.2022: „Eine Kaisermutter als Venus – Die römischen First Ladies und ihre „virtuellen Körper““.

Dr. Patrick Schollmeyer, Universität Mainz.

Als Einstieg in das Thema wird eine Marmorstatue der Antonia Minor, Großmutter des Caligula und Mutter des Claudius, näher vorgestellt, die eine spannende Entdeckungsgeschichte hat und in der Antike in einem besonders luxuriösen Ambiente aufgestellt war. Dieses in Baiae, dem Sommerbad der römischen High Society, gefundene Standbild, das die kaiserliche Dame als Venus zeigt, dient als Einführung in die Interpretationsmöglichkeiten der wichtigsten Körpertypen, die für die statuarische Repräsentation der römischen Kaiserinnen seit Livia und bis zur Zeit Helenas (der Mutter Konstantins) in Gebrauch waren. Anhand weiterer prominenter Beispiele (u.a. Livia, Agrippina, Helena) wird gezeigt, welche inhaltlichen Aussagen im Sinn von idealen Rollenklischees mittels der diversen standardisierten Statuenkörper, welche ja niemals den „wahren, echten“ Körper der jeweiligen Kaiserinnen abbilden, dem antiken Betrachterpublikum vermittelt worden sind.

Beide Vorträge finden um 19.30 Uhr im Eichendorff-Gymnasium in Koblenz (56068; Friedrich- Ebert-Ring 26-30) statt.
Eintritt: 5 Euro (nur Abendkasse!).